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Von der Entwicklung der Schule
Ein chronologischer Überblick
Aus dem historischen Abriss der Geschichtsforscherin Dr. Therese Mayer ist zu entnehmen, dass das Gut Drauhofen vom letzten Privateigentümer, Dr. Friedrich von Wieser, am 6. Juli 1898 gekauft wird - auch ihm widerfährt ein ähnliches Schicksal wie den Vorbesitzern. Aus wirtschaftlichen Schwierigkeiten muss Drauhofen versteigert werden und geht somit am 31. Dezember 1912 in den Besitz der "Kärntner Sparkasse", in Klagenfurt über.
Von 1910 bis 1916 wird das Gut nicht bewirtschaftet. Am 28. Juli 1915 erwirbt die Kärntner Viehverwertungsgesellschaft das Gut - der maßgebende Exponent ist Dir. Karl Pulfer (LFS - Litzlhof). Auf sein Bestreben hin wird Schloss und Gut Drauhofen dem Land Kärnten zwecks Errichtung einer Haushaltungsschule zurVerfügung gestellt. Dem Präsident des damaligen Landeskulturrates, Herr Hönlinger und Herr Ing. Vinzenz Schumy(Agrarlandesrat) ist es zu danken, dass alle Vorarbeiten zur Errichtung der Schule so rasch wie möglich in die Wege geleitet werden.
1909 wird ein erster Sommerhaushaltungskurs für Bauernmädchen an der bereits bestehenden Direktors) abgehalten.
1912 und 1913 leitet Nina Pulfer noch je einen Kurs. Frau Maria Stückler übernimmt 1914 (spätere Direktorin) die Kursleitung am Litzlhof. Die erwähnten Kurse können als Vorläufer, die zur Gründung einer Landwirtschaftlichen Fachschule für Mädchen in Oberkärnten führen, bezeichnet werden.
Am 1. Jänner des Jahres 1918 wird der Schulbetrieb in Drauhofen mit 23 Schülerinnen unter der Leitung von Frau Maria Stückler eröffnet.
Die Ausstrahlung des Hauses reicht in den gesamten Kärntner Raum. Der Schule Drauhofen ist es gemeinsam mit dem Litzlhof gelungen, ein zentraler Begegnungspunkt für bäuerliche Bildungsarbeit und das bäuerliche sowie ländliche Gesellschaftsleben zu werden.
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Das Gut liegt östlich des Zusammenflusses von Möll und Drau am Südrand des Lurnfeldes. Das Lurnfeld und die Umgebung von Spittal bilden in den verschiedenen Epochen unserer Geschichte den politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Mittelpunkt Oberkärntens. Kelten, Römer und Slawen hinterließen ihre Spuren. Mit der Gründung der Grafschaft Lurn, 974 zum ersten Mal erwähnt, kamen bayrische Siedler ins Land. Dörfer mit slawischen und deutschen Ortsnamen bestanden nebeneinander. Im Laufe der Zeit verdrängte die bayrische Mundart den Gebrauch der alpenslawischen Sprache.
In den Jahren zwischen 1006 und 1039 erschien der Ortsname "an der Drau" (....ad Trahun) in lateinischer Form erstmals in der Urkunde. Fünf Huben an der Drau gingen in den Besitz des Bistums Freising, heute Freising - München, über. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass mit "ad Trahun" die Gegend von Drauhofen gemeint war. Das Bistum Freising und die Grafen von Lurn brachten viele bayrische Siedler ins Land.
Hundert Jahre später tauchte der Name "Traahofen" (=Drauhofen) wieder in den Quellen in jener Sprech- und Schreibweise auf, wie er durch viele Jahrhunderte üblich war.
Bis in die Hälfte des 16.Jh.s verblieb Drauhofen im Besitz des Bistums Freising. Danach gelangte er in die Hände der Grafen von Ortenburg, die ihn 1589/90 an ihren Grafschaftshauptmann, Dr. Christoph Schüttpacher, verkauften. Nach dessen Aufstieg in den Adelsstand nannte sich die Familie Schüttpacher von und zu Trahofen.
Augustin Schüttpacher, Christoph Sohn, verlieh dem Herrensitz Drauhofen Bedeutung. Im Jahre 1613 übernahm er das Amt des "Oberst Bergrichters" in Kärnten. Ihm unterstanden alle Bergrichter des Herzogtums. Es gelang ihm auch, das Gut Drauhofen aus der ortenburgischen Lehenabhängigkeit zu lösen, und als freies Gut in die Landtafel eintragen zu lassen. Augustin Schüttpacher starb zwischen 1637 und 1640 und wurde bei der Pfarrkirche von Pusarnitz beigesetzt.
Über dem Umbau oder Neubau des Schlosses Drauhofen liegen keine Bauakten vor. Wenn man die Datierung der Schlosskapelle, die Stilelemente und die Vermögenslage der Besitzer berücksichtigt, kommt dafür nur Augustin Schüttpacher in Frage. So entstand die gestiegenen Bedeutung der Schüttpacher entsprechend hier an der Drau auf dem Lurnfeld ein dreigeschossiges Schloss, dass unter den folgenden Besitzern noch einige bauliche Veränderungen erfuhr. An den Ecken der Hauptfront verstärken zwei polygonale Türme die Wuchtigkeit des Gesamteindruckes. Der Haupteingang lag an der Ostfront. Drei Arkaden öffneten sich auf einen Innenhof. Die Gartenfront, durch die Hochwasser der Drau gefährdet, wurden durch massive Stützpfeiler verstärkt. Eine zeitliche Einordnung ermöglicht die 1615 erstmals erwähnte Schlosskapelle, die dem hl. Jakob geweiht war. Den ehemaligen Kapellraum ziert
ein Stukplafond, der die Verkündigung Marie`s und die vier Evangelisten darstellt. Eine bemerkenswerte Holzdecke befindet sich im nordöstlichen Turmzimmer.
Die Familie Schüttpacher besaß den Adelsitz Drauhofen nachweisbar bis zum Jahre 1672. 1696 trat ein Carl Preisdorfer als Besitzer auf, der Drauhofen bald darauf (vor 1711) an die Familie Attems verkaufte.
Die Grafen von Attems waren ein uraltes, hochadeliges Geschlecht aus Friaul. Ein Zweig der Familie Attems ließ sich später in Kärnten nieder, wo sie mehrere Bergwerke besaßen. Johann Willhelm Graf v. Attems erwarb am Beginn des 18.Jh.s das Schloss Drauhofen mit der dazugehörigen Grundherrschaft. Nach seinem Tode im Jahre 1711 übernahm sein Sohn Siegmund Wolfgang das Erbe. Wie seine Vorfahren bemühte auch er sich um den Bergbau in Oberkärnten. Aber der Niedergang des Kärntner Bergbaues war nicht mehr aufzuhalten. Die Familie Attems geriet immer tiefer in Schulden. Auch die Landwirtschaft des Gutes warf nicht viel ab. Siegmund Wolf, Graf von Attems, starb am 24.Jänner 1751 und wurde in der Kirche von Pusarnitz beigesetzt. Im Jahre 1753 erwarb Maria Magdalena von Reinwald (verh. Comployer) den Herrensitz Drauhofen mit 20 Untertanen um 2.900 Gulden. Die Grundherrschaft Drauhofen bestand aus der gutherrschaftlichen Landwirtschaft, einer Hube und 13 Keuschen. Hube und Keuschen lagen in Rosenheim, Molzbichl, bei Kremsbrücke und in St. Peter ob Rennweg. Diese Untertanen lieferten ihre Abgaben, nun schon in Geld, auf dem Herrnhof in Drauhofen ab.
Im Jahre 1781 hieß der neue Besitzer von Drauhofen Thomas David von Leobenegg. Ob er das Gut gekauft oder Erbrechtsweise erworben hat, geht aus den bekannten Quellen nicht hervor die Herrn Leobenegg waren ein altes Rittergeschlecht aus dem 12 Jh. Ihre Stammburg stand auf dem Felskegel über dem Dorfe Leoben im Liesertal. Im Jahre 1769 erwarb Thomas David von Leobenegg von der Familie Reinwald den Roiachhof und bald darauf auch Drauhofen, das er im Juni 1797 seiner Tochter Anna überschrieb. Das Landtäfliche Gut Drauhofen diente ihnen zur Versorgung ihrer weiblichen Familienmitglieder. Anna von Leobenegg heiratete den um 16 Jahre älteren Ignatz Edlen von Dietrich.
Die Dietrichs waren eine Österreichische Adelsfamilie, die sich ihren Lebensunterhalt als Beamte in Krain, Kärnten und Steiermark verdienten. Anna und Ignatz von Dietrich ließen sich mit ihren 4 Kindern bald nach 1800 in Drauhofen nieder. Von Anfang an kämpften sie mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denn der Ertrag aus der Landwirtschaft reichte nicht aus, eine Adelsfamilie standesgemäß zu unterhalten. Im Jahre 1827 übernahm Josef von Dietrich von seiner Mutter das Gut Drauhofen und heiratete im Jahre 1830 Anna Fischer aus Kremsbrücke. Bald lebten 13 Personen, die Familie Josefs und seine und seiner Frau Verwandte in Drauhofen. Die Schulden stiegen an, die Zinsen für die aufgenommenen Kredite konnten nicht mehr bezahlt werden. Daher schritt man am 24 April 1853 zur Versteigerung. Als Meistbietender erhielt Michael Renner aus Sachsenburg das Gut Drauhofen um 3800 Gulden zugesprochen. Die Familie Renner stammte aus Sachsenburg, wo sie seit 3 Generationen nachweisbar eine Zimmerei besaß. Der handwerkliche Beruf vererbte sich vom Vater auf den Sohn. Im Jahre 1852 übergab Michael Renner seinem jüngeren Sohn Michael Lorenz das Gut Drauhofen. Der neue Besitzer des nun auch als "Rennerschlößl" bezeichneten Schlosses Drauhofen heiratete Theresia Huber aus Bärenbad, mit der er in Drauhofen 18 Kinder hatte, von denen 8 das sechste Lebensjahre nicht erreichten.
Gutsbesitzer in Drauhofen zu sein, hieß vor allem, den Kampf gegen Fluten der Möll und der Drau aufzunehmen. Diese beiden Flüsse führten mit unberechenbarer Gewissheit im Frühling und im Herbst Hochwasser.
Im Juli 1848 riss das Hochwasser die Brücke über die Drau mit sich fort. Man errichtete eine Fähre und eine Winterbrücke. Auf das Hochwasser des Jahres 1848 folgte die Katastrophe von 1852. Zwar dauerte dieses Hochwasser nur einen Tag und eine Nacht, brachte aber durch die Wassermassen alle Uferschutzbauten zum Einsturz, riss breite Streifen des Kulturlandes mit sich fort und gefährdete das Schloss. Unermüdlich nahm Michael L. Renner mit seinen Söhnen und Knechten den Kampf gegen die Verwüstungen immer wieder auf. 1000 Meter Schutzbauten sicherten im Frühling 1882 das Ufer der Drau. Man sah sich am Ziel. Doch am 17.September 1882 zerbrachen alle ihre Hoffnungen. Gewaltige Wassermassen bedrohten Drauhofen, spülten die Uferschutzbauten fort und gruben sich 80 m tief in Felder und Äcker. Als das Hochwasser wieder sank, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die zweite Überschwemmung desselben Jahres am 29. und 30. Oktober setzten das Werk der Zerstörung fort. Aufgrund der großen Schäden, die das Hochwasser angerichtet hatte, ordnete Kaiser Franz Josef am 27. April 1884 die Drauregulierung an.
Franz Renner , Sohn Michael L. Renners, verkaufte Drauhofen im Jahre 1898 an
Dr. Freiherrn von Wieser, nachdem er in Möllbrücke ein Cafe` und Spielhaus gebaut hatte.
Der neue Herr auf Drauhofen, Dr. Leopold Freiherr v. Wieser, entstammte
dem österreichischen Beamtenadel. Der Ort Pusarnitz verdankte Freiherrn v. Wieser die Gründung einer Darlehenskasse (aus der die Raiffeisenkasse entstand) und einer wohl ausgestatteten Bibliothek. Private Fehlschläge und wirtschaftliche Sorgen verdüsterten Leopold v. Wiesers Lebensabend in Drauhofen. Er starb am 30. Dezember 1911 und wurde im Friedhof von Pusarnitz bestattet. Am 31. Dezember 1912 wurde das Gut Drauhofen erneut versteigert und gelangte in
den Besitz der "kärntnerischen Sparkasse", die nicht wusste, was sie damit anfangen sollte und den ehemaligen Herrensitz am 28. Juli 1915 an die "Kärntner Viehverwertungsgesellschaft" in Klagenfurt weiterverkauft. Diese Gesellschaft stellte das Gut dann im Jahre 1917 dem Land Kärnten zur Errichtung einer Schule zur Verfügung. Am 1. Jänner wurde der erste Jahrgang der Landwirtschaftlichen Haushaltungsschule Drauhofen mit 23 Schülerinnen eröffnet.
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